Gewinner und Verlierer der Liberalisierung


Rückblick | 29.08.2006

Gewinner und Verlierer der Liberalisierung

Freie Märkte bieten die Chance einer Entflechtung von Politik und Wirtschaft und führen im Idealfall zu mehr Transparenz, zu niedrigeren Verbraucherpreisen und zu stärkerer Innovation. Wie profitieren Staat, Unternehmen und Verbraucher von der fortschreitenden Liberalisierung der Märkte? Warum brauchen liberalisierte Märkte noch Regulatoren? Wie können Negativeffekte minimiert werden? Und wie weit soll/darf die Liberalisierung greifen?
  • Ort: Schloss Wilheminenberg
  • Datum: 29.08.2006

Podiumsdiskussion

Moderation:

Dr. Andreas Unterberger, Chefredakteur der Wiener Zeitung.

Podium:
  • Bgm. Helmut Mödlhammer, Präsident des Österreichischen Gemeindebunds
  • Mag Gernot Schieszler, CFO Wireline, Telekom Austria
  • Dr. Georg Serentschy, Geschäftsführer, RTR, Fachbereich Telekom
  • Dr. Anton Wais, Generaldirektor, Österreichische Post

Dr. Peter Hajek zeigte in seinem Impulsreferat die Wichtigkeit von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für die Infrastruktur auf. Laut der aktuellen OGM-Managerbefragung zum Thema „Infrastruktur in Österreich“ sehen 55 Prozent der heimischen Manager große Potenziale bei den Ausbaumöglichkeiten in der IT-Infrastruktur vor allem in ländlichen Raum.

Davon war auch Mag. Gernot Schieszler überzeugt: „Österreich hinkt bei der Breitbandversorgung hinterher: 95 Prozent der Österreicher verfügen über einen Breitbandanschluss, aber nur 25 Prozent nutzen ihn auch.“

Der Postmarkt ist kein Wachstumsmarkt. Eine Liberalisierung bedeutet einen Verteilungskampf“ – so eröffnete Mag. Mathias Grandosek, Post-Experte der AK Wien, im Anschluss die Podiumsdiskussion des Corporate Consulting Club. In dieselbe Kerbe schlug Bgm. Helmut Mödlhammer, Präsident des Österreichischen Gemeindebundes: „Wir haben eine regionale und soziale Verantwortung. Die Menschen, egal wo sie wohnen, müssen gleich gut bedient werden.“

Post-Generaldirektor Dr. Anton Wais verteidigte die Schließung der Postämter damit, dass „die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund steht“. Sonst könne man nur schwer mit anderen Anbietern mithalten. „Die weitere Liberalisierung des Postmarktes wird passieren, weil das so in ganz Europa geschieht“, gab sich Wais überzeugt. Dass es die Post weiterhin geben wird, dessen ist sich Wais sicher – trotz der Prognose von Telekom-Regulator Dr. Georg Serentschy, dass das Internet künftig immer stärker genutzt werden und es daher bald den traditionellen Briefverkehr ablösen wird.

Über 200 Gäste verfolgten die Podiumsdiskussion und genossen anschließend bei Buffet und Networking die melodischen Klänge des Kathrin Weber Jazz Trios. Unter den Gästen gesichtet wurde Dr. Kurt Einzinger (ISPA), Mag. Wolfgang Hetlinger (T-Systems), Mag. Bernd Kirisits (Redmail), Werner Kuhn (SK Rapid), Mag. Thomas Plötzeneder (DDWS), Mag. Anja Szabo (Forstinger), Dr. Karim Taga (Arthur D. Little), Mag. Nikolaus Kimla (uptime Systemlösungen), Mag. Gregor Sideris (IBM) und viele mehr.

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