Gewinner und Verlierer der Liberalisierung


Rückblick | 23.08.2005

Gewinner und Verlierer der Liberalisierung

Freie Märkte bieten die Chance zu einer Entflechtung von Politik und Wirtschaft und führen im Idealfall zu mehr Transparenz, zu niedrigeren Verbraucherpreisen und zu einer stärkeren Innovationstätigkeit. Wie profitieren Staat, Unternehmen und Verbraucher von der fortschreitenden Liberalisierung der Märkte? Wie können Negativeffekte minimiert werden? Und wie weit soll/darf die Liberalisierung greifen?
  • Ort: ÖGV-Haus
  • Datum: 23.08.2005

Podiumsdiskussion

Moderation:

Dr. Andreas Unterberger, Chefredakteur Wiener Zeitung

Podium:
  • DI Walter Boltz, Geschäftsführer der E-Control, “Energie Regulator”
  • DDr. Hans Hofinger, Vorsitzender des Volksbanken-Verbandes ÖGV
  • Dr. Karl-Franz Maier, Sprecher des Vorstandes der ENERGIE STEIERMARK AG
  • Mag. Helmut Kern, Geschäftsführender Gesellschafter Beyond Solutions Consulting
  • Kurt Schügerl, Geschäftsführer Redmail

Das prominent besetzte Podium kam auf Anregung von Mag. Helmut Kern, Geschäftsführender Gesellschafter Beyond Solutions Consulting GmbH, zusammen. Dieser eröffnete die Diskussion, indem er die Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes als reine Erfolgstory bezeichnete: „Wir konnten keine Verlierer der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes finden.“

DI Walter Boltz, Geschäftsführer der E-Control, erkannte Gewinner der Liberalisierung des Energiemarktes: „Heute haben die meisten Kundengruppen Preise, die unter den Preisen von vor 5 Jahren liegen.“ Dazu gab Dr. Karl-Franz Maier, Sprecher des Vorstandes der ENERGIE STEIERMARK AG, zu bedenken: „Wie effektiv Liberalisierung sein kann ist bewiesen, seit der Liberalisierung des Energiemarktes konnten etwa 1,1 Mrd. Euro eingespart werden. Doch diese Einsparungen gingen zum Großteil an den Fiskus. Allerdings ist der zweite Gewinner wieder der Endkunde dem ein Drittel der Einsparungen zu Gute kamen.“

Ich finde es positiv, dass es einen Wettbewerb nicht nur in Richtung Kunden gibt, sondern auch in Richtung innere Organisation“, so DDr. Hans Hofinger, Vorsitzender des Volksbanken-Verbandes ÖGV, über die Folgen eines liberalen Marktes und den Wettbewerb.

Dr. Andreas Unterberger, Chefredakteur der Wiener Zeitung, stellte die Frage: „Kann nicht Deregulierung auch unsozial sein?“ Und sprach die Verlierer der Liberalisierung an. „Lehrlinge die bei Post und Telekom geparkt wurden sind jetzt die Verlierer, weil sie ohne Arbeit dastehen“, bestätigte Mag. Helmut Kern.

Einen weiteren Diskussionspunkt bot die Rolle der Regulatoren. 10 Jahre nach der Deregulierung müsse es möglich sein, auch ohne die immense Zahl an Regulatoren arbeiten zu können: „Regulatoren entwickeln auch eine Art Selbsterhaltungstrieb“, gab sich ag. Helmut Kern überzeugt.

Mehr als 120 Besucher verfolgten die Debatte der Experten aus den Bereichen Energie, Telekommunikation und Post sowie Banken über die Liberalisierung und über die Rolle der Regulatoren. Unter den hochkarätigen Gästen wurden u.a. KR Erich Hackl, Vorstandsdirektor der ÖVAG, Dkfm. Dr. Helmuth Schönthaler, Institut für Telekommunikation, Mag. Andreas Landgrebe, Partner bei Ray & Berndtson, Dr. Fritz Bock, UBIT, Claudia Daeubner, Top Executive Coach, Hans-Georg Kantner, KSV Insolvenz, DI Rainer Schamberger, Geschäftsführer APSS und Mag. Martin Eckel, Partner bei e|n|w|c, gesichtet.

Liberalisierung: Gewinner & Verlierer
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